Hyundai Motor Company

Das erste von Hyundai entwickelte Fahrzeugmodell hieß „Pony“ und lief 1976 vom Band. Seitdem gibt es fĂŒr das koreanische Unternehmen nur eine Richtung: im Galopp nach vorn. Seit der GrĂŒndung 1967 hat Hyundai seinen Weg zum Global Player konsequent verfolgt und bislang ĂŒber 25 Millionen Fahrzeuge weltweit verkauft. Ein beeindruckender Erfolgskurs, der die Marke in Deutschland zum am schnellsten wachsenden Automobilanbieter machte. Dank Neuheiten wie dem Kleinstwagen i10, dem City-CoupĂ© Veloster und dem Mittelklassekombi i40 gehört Hyundai auch 2011 zu den Gewinnern auf dem deutschen Markt. Von Januar bis Dezember entschieden sich 86.688 Kunden fĂŒr einen neuen Hyundai. Das entspricht einem Marktanteil von 2,74 Prozent und einem Wachstum von rund 17 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. 2010 konnte Hyundai im ganzen Jahr 74.287 Neuzulassungen verkaufen. Der Marktanteil lag bei 2,55 Prozent.

Fertigungszuwachs: Fahrzeugabsatz 2011 bei rund 6,6 Millionen Fahrzeugen

Im sĂŒdostasiatischen Heimatmarkt ist Hyundai schon seit vielen Jahren MarktfĂŒhrer und hat derzeit einen Marktanteil von ĂŒber 50 Prozent. Seit den spĂ€ten 90er Jahren ist das Unternehmen auch in den ExportmĂ€rkten auf Wachstumskurs. Im Jahr 2000 wurde das AutomobilgeschĂ€ft aus der Hyundai Business Group ausgegliedert und unter dem Dach der Hyundai Motor Group zusammengefasst. Zu ihr gehören mit Kia Motors der Ă€lteste Automobilhersteller des Landes sowie Zubehör- und Logistikfirmen. 2011 entschieden sich weltweit rund 6,6 Millionen Autofahrer fĂŒr ein neues Modell der beiden Konzernmarken. Das brachte die Gruppe auf den fĂŒnften Rang der grĂ¶ĂŸten Automobilhersteller der Welt. Die Hyundai Motor Company leistete mit einem Absatzzuwachs von 12 Prozent auf rund 4,05 Millionen Fahrzeuge den grĂ¶ĂŸten Beitrag. Der Umsatz stieg 2011 um 16,1 Prozent auf 77,8 Billionen Won (circa 52,5 Milliarden Euro), der Reingewinn um 35,1 Prozent auf 8,1 Billionen Won (circa 5,5 Milliarden Euro). Das entspricht einer Nettoumsatzrendite von 10,4 Prozent. Damit gehört die Hyundai Motor Group im Jahr 2012 zu den profitabelsten Herstellern der Branche.

Die weitere Expansion ist fest eingeplant: „2012 wollen wir ein jĂ€hrliches Produktions- und Absatzvolumen von erstmals mehr als sieben Millionen Fahrzeugen beider Marken der Gruppe weltweit erreichen“, erlĂ€utert Chung Mong Koo, Chairman der Hyundai Motor Company.

ExpertenprĂŒfung: Hyundai legt bei QualitĂ€t bestĂ€ndig zu

Doch Hyundai will nicht nur quantitativ zulegen. Mit einem umfangreichen Programm zur nachhaltigen Verbesserung der Fertigungs- und ServicequalitĂ€t will das Unternehmen weltweit die zuverlĂ€ssigsten Fahrzeuge herstellen und die Nummer 1 im Bereich QualitĂ€t werden. UnabhĂ€ngige Studien belegen die Fortschritte: In den Untersuchungen des renommierten US-Instituts J.D. Power, das regelmĂ€ĂŸig die Kundenzufriedenheit in den Vereinigten Staaten analysiert, hat Hyundai bereits 2004 zum langjĂ€hrigen BranchenfĂŒhrer Toyota aufgeschlossen. Bei der Initial Quality Study 2010, einem von J.D. Power durchgefĂŒhrten QualitĂ€tsranking, belegt Hyundai Platz sieben unter 33 bewerteten Marken. Betrachtet man nur die Volumenhersteller liegt die Marke sogar auf Platz drei. Bei dieser Studie werden 90 Tage nach dem Kauf die Angaben von NeuwagenkĂ€ufern ausgewertet. Motor, Getriebe, Defekte und Probleme sowie die allgemeine Zufriedenheit mit dem Wagen stehen im Fokus. Bei der 2011 durchgefĂŒhrten J. D. Power Vehicle Dependability Study (VDS) landet die Marke erstmals unter den Top Ten. Mit 132 Problemen pro 100 Fahrzeuge weist Hyundai einen um 19 Probleme geringeren Wert als der Industriedurchschnitt aus. Die VDS misst das Auftreten von Fahrzeugproblemen bei drei Jahre alten Modellen in den Kategorien Exterieur, Fahrerlebnis, Kontrollleuchten und Instrumente, Sitze und Antriebsstrang.

Auch in Europa wurde die QualitĂ€t gewĂŒrdigt: So belegt Hyundai im QualitĂ€tsreport der Fachzeitschrift Auto Bild, dem grĂ¶ĂŸten Automobilmagazin Europas, auch im Jahr 2011 den ersten Platz unter den 20 grĂ¶ĂŸten Anbietern und konnte so die erstmals im Jahr 2010 erreichte Spitzenposition verteidigen. Auf diesen Doppelerfolg ist das Unternehmen besonders stolz, da die jĂ€hrliche Erhebung unter Experten als die umfangreichste Analyse ihrer Art gilt. Sie bezieht sich unter anderem auf eine reprĂ€sentative schriftliche Befragung durch die Gesellschaft fĂŒr Konsumforschung (GfK) auf Basis von 8.610 Interviews, die Ergebnisse von sieben Millionen TÜV-Hauptuntersuchungen, die Arbeiten der VertragswerkstĂ€tten, die Garantieleistungen und die Erfahrungen aus den 100.000-Kilometer-Dauertests des Magazins. Im Auto Bild Werkstatt-Test 2006 fuhr Hyundai Deutschland sogar das beste Ergebnis in der Geschichte dieses Tests ein. Um auch die Teileversorgung zu optimieren, hat Mobis, eine Tochtergesellschaft der Hyundai Motor Company und Lieferant fĂŒr Hyundai Originalzubehör, 2008 ein neues Teile- und Logistikzentrum in Brehna an der A9 eröffnet. Von dort aus werden nicht nur Deutschland, sondern auch weitere 13 LĂ€nder in Europa mit Ersatzteilen beliefert.

Zukunftssicherung: Rund sechs Prozent des Umsatzes fließen in die Entwicklung

Der Erfolge von Hyundai basiert auf mehreren SĂ€ulen. Da wĂ€re zunĂ€chst die stetige Weiterentwicklung der Produktpalette, in die pro Jahr rund sechs Prozent des Umsatzes fließen. Dazu kommt das internationale Engagement des Konzerns, der seine Fahrzeuge in 186 LĂ€nder exportiert. Dank dieser globalen PrĂ€senz kann er rasch auf individuelle BedĂŒrfnisse einzelner MĂ€rkte reagieren und Fahrzeuge entwickeln, die ganz auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnitten sind. JĂŒngstes Beispiel ist der neue i30 fĂŒr den europĂ€ischen Markt. Global denken, lokal handeln - Diese Strategie geht bei Hyundai auf: 2003 wurden erstmals eine Million Autos außerhalb Koreas abgesetzt, 2006 wurde diese Zahl bereits mehr als verdoppelt.

Dabei ist Hyundai ein echter Global Player: Im 2005 errichteten Produktionswerk in Alabama werden jĂ€hrlich bis zu 300.000 Fahrzeuge fĂŒr den US- Markt produziert. ZusĂ€tzlich wird die Position mit einem neuen Design- sowie dem Entwicklungs- und Testzentrum in Kalifornien gestĂ€rkt. In China entsteht derzeit im Joint-Venture mit Beijing Automotive schon das dritte Werk (KapazitĂ€t 300.000 Fahrzeuge jĂ€hrlich). Das Werk in St. Petersburg, Russland nahm im Januar 2011 die Fertigung einer speziell fĂŒr Russland entwickelten Kompaktlimousine auf. Sie soll pro Jahr rund 150.000 Mal vom Band rollen.

Forschungsprojekte: Hybridantrieb in der Praxiserprobung

Eine wichtige Rolle spielt die Forschung an alternativen Antrieben. Hyundai hat hier bereits eine Reihe von Prototypen entwickelt. So debĂŒtierte auf der Seoul Motor Show mit dem Blue2 im April 2011 die vierte Generation eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs. Schon bei der FIFA WM 2006ℱ, die Hyundai als Hauptsponsor begleitete, kamen zwei Tucson FCEV (Fuel Cell Electric Vehicle) zum Einsatz. Inzwischen hat Hyundai die FCEV-Technologie deutlich weiter entwickelt. Ein ix35 FCEV wird noch bis MĂ€rz von EU-Parlamentariern und Offiziellen in BrĂŒssel auf seine Alltagstauglichkeit getestet. 2012 wird das Unternehmen seine FCEV-Testflotte aus ix35 Kompakt-SUV auf 30 Fahrzeuge allein fĂŒr Europa ausdehnen.

Mit dem i10 BlueOn stellte Hyundai im Herbst 2010 das erste rein elektrisch betriebene Fahrzeug des Konzerns vor. Es hat eine Reichweite von 130 Kilometern, in die Entwicklung wurden rund 27 Millionen Euro investiert. Derzeit ist eine Testflotte von 30 Fahrzeugen bei Regierungseinrichtungen und Behörden im Einsatz. Bis Ende 2012 will Hyundai 2500 Einheiten des E-Autos fertigen.

Das Thema Hybrid wird seit Mitte der 90er Jahre verfolgt. Auf dem Genfer Automobilsalon 2010 stellte Hyundai mit der Studie HED-7 i-flow den ersten Diesel-Hybrid der Unternehmensgeschichte vor. Angetrieben wird er von einem 1,7-Liter-Common-Rail-Diesel mit zweifacher Turboaufladung, der an einen Elektromotor gekoppelt ist. AusgerĂŒstet mit einem Sechsgang-Doppelkupplungs-Getriebe kommt der milde Hybrid mit 3,0 Litern 100 Kilometer weit und stĂ¶ĂŸt lediglich 85 g CO2 pro Kilometer aus. Die Serienfertigung von Hybridfahrzeugen hat im Juli 2009 begonnen. Erstes Hybridmodell ist der Avante (Elantra) LPI, dessen Verbrennungsmotor mit FlĂŒssiggas (LPG) betrieben und von einem Elektromotor unterstĂŒtzt wird. Ab 2013 will das Unternehmen in Europa die ersten Serienhybridfahrzeuge auf den Markt bringen.